Leitern und Tritte im Betrieb: Unfallgefahren erkennen und sicher arbeiten
Leitern und Tritte gehören in vielen Schweizer Unternehmen zum Arbeitsalltag. Im Lager, in der Werkstatt, beim Gebäudeunterhalt oder bei Montagearbeiten sind sie schnell zur Hand.
Doch gerade ihre einfache Handhabung führt dazu, dass die Unfallgefahr häufig unterschätzt wird. Die Suva weist auf rund 6000 Berufsunfälle mit Leitern pro Jahr hin.
Die richtige Wahl ist entscheidend
Nicht jede Leiter ist für jede Tätigkeit geeignet. Vor dem Einsatz sollte deshalb geprüft werden, ob eine Leiter tatsächlich das passende Arbeitsmittel ist.
Je nach Tätigkeit können beispielsweise eine Podestleiter, ein Rollgerüst oder eine Hubarbeitsbühne die bessere Lösung sein.
Dabei spielen nicht nur die Arbeitshöhe, sondern auch die Dauer und der Arbeitsablauf eine Rolle.
Sicher aufstellen und benutzen
Eine Leiter muss standsicher auf einem geeigneten Untergrund stehen und vor der Verwendung auf erkennbare Schäden kontrolliert werden.
Wichtig ist außerdem:
- Nicht seitlich hinauslehnen
- Keine improvisierten Erhöhungen verwenden
- Geeignete Leiterlänge wählen
- Beschädigte Leitern nicht benutzen
- Beim Auf- und Absteigen auf sicheren Halt achten
Auch Tritte müssen für die jeweilige Tätigkeit geeignet und in einwandfreiem Zustand sein.
Wann ist eine Leiter nicht die beste Lösung?
Eine Leiter ist nicht automatisch die richtige Wahl, nur weil sie verfügbar ist.
Bei längeren Arbeiten oder Tätigkeiten, bei denen beide Hände benötigt werden, kann ein anderes Arbeitsmittel mehr Sicherheit bieten. Die Suva empfiehlt deshalb, tragbare Leitern nur einzusetzen, wenn keine geeignetere Alternative vorhanden ist.
Sicherheit beginnt vor dem Aufsteigen
Mitarbeitende sollten wissen, welches Arbeitsmittel für die jeweilige Tätigkeit geeignet ist und worauf beim Einsatz von Leitern und Tritten zu achten ist.
Auch eine regelmässige Kontrolle gehört dazu. Mängel sollten erkannt und beschädigte Arbeitsmittel aus dem Verkehr genommen werden.
Fazit
Leitern und Tritte sind praktische Arbeitsmittel – aber keine Selbstverständlichkeit.
Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht: „Welche Leiter haben wir?“ sondern: „Welches Arbeitsmittel ist für diese Aufgabe die sicherste und geeignete Lösung?“
Wer diese Frage vor Beginn der Arbeit stellt, kann unnötige Risiken vermeiden.
